Kirchhain blüht

– so lautet das Motto unseres 2008 gestarteten Gemeinschaftsprojektes mit der Stadt und dem Bieneninstitut Kirchhain.

Hintergrund des Projektes ist die Beobachtung, dass durch die fortschreitende Intensivierung der Landwirtschaft Ackerkräuter und Wiesenblumen immer mehr zurückgedrängt werden. Damit entfallen wichtige Nahrungsgrundlagen  - Pollen und Nektar – für viele Insekten. Der Rückgang der Insektenvielfalt ist seit Jahren zu beobachten. Des weiteren sind Vögel und Fledermäuse, die von der Insektenwelt abhängig sind, betroffen.

Aber auch im Ortsinnern finden Insekten oftmals keine Nahrung mehr. Städtische Grünflächen und Straßenränder sind kurz geschoren und auf privaten Grundstücken werden pflegeleichter Zierrasen, immergrüne Koniferen und leuchtend bunte, aber pollenlose Zierpflanzen bevorzugt, die den Bienen und Schmetterlingen keine Überlebenschancen bieten.

Daher ist es das Ziel der Gemeinschaftsaktion, durch eine Blütenvielfalt und eine langanhaltende Blühdauer in der Stadt, den Insekten , insbesondere den Bienen, ein reichhaltiges Nahrungsangebot zu bieten als kleiner Ausgleich gegen die Blütenverarmung im Außenbereich.

Nachdem die Stadt Kirchhain im Jahr 2008 auf drei Grünflächen, z. T. Straßenränder an Einfallstraßen, Blumenmischungen ausgesät hat, um erste Erfahrungen zu sammeln, wurde die Fläche in 2009 deutlich ausgeweitet. Gleichzeitig wurden neue Samenmischungen ausprobiert.

Im ersten Jahr setzte man auf eine bewährte Blumenmischung der baden-württembergischen Stadt Mössingen (www.blumenstadt.eu), eine üppige, farbenfrohe, langblühende Blumenpracht mit einjährigen Sommerblumen, die meisten davon leider nicht einheimisch. In 2009 wurden daher an verschiedenen Stellen Versuche mit mehrjährigen Wiesenblumenmischungen gestartet. Hierzu zählt die Aussaat des „Kirchhainer Bienengartens“, einer vom Bieneninstitut in Zusammenarbeit mit dem Saatgutlieferanten Appels Wilde Samen GmbH erstellten Mischung aus über 50 einheimischen Wildpflanzenarten. Dem Anliegen des Projektes entsprechend wurden die Blumenarten wesentlich unter dem Gesichtspunkt eines hohen Nahrungswertes für Insekten ausgewählt.

So konnte man im Sommer 2009 an verschiedenen Stellen Kirchhains nicht nur die großblütigen Arten der Mössinger Mischung wie Schmuckkörbchen, Natternkopf, Ringelblume, Malve, Mohn und Kokardenblume bewundern – eine Augenweide für die Kirchhainer Bürger aufgrund der gut abgestimmten Blühabfolge und Blühintensität – sondern auch weniger großblütige, eher unscheinbare, aber für Insekten dafür umso anziehendere Arten wie Kornblume, Färberkamille, Flockenblume, Wegwarte, Johanniskraut, Witwenblume, Dost, Glockenblume, Klappertopf und viele mehr.

Der gute Start im Jahr 2008 mit den bunten, bis lange in den Oktober blühenden Flächen an exponierten Stellen und die intensive Öffentlichkeitsarbeit haben dazu geführt, dass viele Kirchhainer Bürger in ihren Gärten die Maßnahme aktiv unterstützen. Viele Kirchhainer greifen die Idee auf und stellen im eigenen Garten eine vormals „tote“ Rasenfläche den blühenden Kräutern und damit der Insektenwelt zur Verfügung.

Auch im Jahr 2010 sind weitere Flächen hinzugekommen und es wird weiter ausprobiert, weiter beobachtet und nach weiteren Flächen Ausschau gehalten – zum Wohle der Insekten und zur Freude der Menschen!

Darüber hinaus freut es uns als Initiatoren besonders, dass das Kirchhainer Projekt in etlichen Nachbargemeinden Nachahmer gefunden hat.

Kirchhain blüht

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Nächster Basartermin

Der nächste Basar findet am Samstag, dem 16.02.2019, in der Markthalle in Kirchhain statt.

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